Zeitung online kaufen – warum nicht genauso einfach wie am Kiosk?

Newspaper TabletPaid-Content ist kein neues Phänomen und eine gute Möglichkeit, zahlende Leser zu gewinnen. Einige Verlage setzen schon seit längerer Zeit auf die zusätzliche Einnahmequelle – allerdings nicht ohne Herausforderungen für den potentiellen Käufer. Der sieht sich mit komplizierten Kaufvorgängen, langen Bearbeitungszeiten oder undurchsichtigen Preisstrukturen konfrontiert – häufig bei Blättern, von denen man es am aller wenigsten erwartet hätte. Und das sind nur einige Hindernisse, die überwunden werden müssen, bevor man Zugang zum gewünschten Content erhält. Da verlässt einen schnell die Lust, digitaler Abonnent zu werden.

Mit meinen persönlichen Erfahrungen, ein digitales Abo abzuschließen, bin ich nicht alleine. Auch der kürzlich „abgesetzte“ WiWo-Chefredakteur Roland Tichy, hat in einem Blogbeitrag auf äußerst amüsante Weise ein Statement zu den steinigen, digitalen Wegen abgegeben. Vielleicht finden auch Sie sich bei der einen oder anderen Schilderung wieder – ich für meinen Fall konnte mir den Gesichtsausdruck von Herrn Tichy deutlich vorstellen. Sicherlich war er „not amused“ über die komplizierten Wege, ebenso wenig wie ich.

Es gibt aber auch Medienhäuser, die mit gutem Beispiel vorangehen. Im Handelsblatt kaufe ich regelmäßig Artikel, die mich interessieren. Bislang verlief der Kauf reibungslos: schnell, preislich attraktiv und Endgerät-optimiert waren die Beiträge auch.

Viele Verlage behandeln das Digitalgeschäft aber immer noch stiefmütterlich und verkennen die Möglichkeiten. Wohl auch, weil die grundlegenden Kenntnisse und Fähigkeiten in Sachen CRM noch ausbaufähig sind. Hier ist noch viel zu tun. Dass der digitale Wandel bereits stattgefunden hat, ist klar. Ebenso klar ist aber auch: Wer seinen Lesern Hürden stellt, kann nicht erwarten, dass sie gerne für digitale Nachrichtenprodukte zahlen. Ein benutzerfreundliches und absolut kundenorientiertes, digitales Angebot ist unerlässlich, um alte und neue Zielgruppen anzusprechen und langfristig für sich zu gewinnen.

Mark Jopp

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