Springer goes online – wer kommt mit?

Axel SpringerDie Nachricht schlägt ein, wie eine Bombe: Der Springer-Verlag stößt für 920 Millionen Euro seine Regionalzeitungen und Zeitschriften an die Funke-Gruppe ab. Dazu gehören neben regionalen Zeitungen auch Frauen- und Programmzeitschriften. Sogar das „Hamburger Abendblatt“, die „Berliner Morgenpost“ und „Hörzu“ wurden verkauft.

Was hat den Verlag zu solch einem Schritt veranlasst? Im Zuge der neuen Digitalisierungsstrategie konzentriert sich Springer demnach zunehmend auf das Onlinegeschäft. Nur die Musterzeitungen der BILD und WELT-Gruppe sollen den traditionellen Zeitungslesern erhalten bleiben. Aber warum gerade diese beiden Zeitschriften? Alles, was im Printsegment keine vergleichbaren Verkaufszahlen liefert, wird abgegeben.

Stellt sich dabei nicht zwangsläufig die Frage, ob sich Springer der „alten“ Offlinewelt immer mehr entsagt und Inhalte künftig nur noch online publiziert? Trifft das einfach den Nerv der Zeit und der Konsumenten? Wenn ja, wie viele werden diesem Vorbild folgen?

Gibt es wirklich kaum noch „traditionelle“ Zeitungsleser, weil Schnelligkeit und „brandaktuelle“ Infos so viel mehr wert sind als tiefgründige Recherche, verpackt in anspruchsvolle und gut aufbereitete Artikel?

Zwar existieren die BILD und die WELT noch als Printausgaben, aber wie lange wird das noch so bleiben? Denn laut eigenen Aussagen will Springer „den Weg zum führenden digitalen Medienunternehmen konsequent weitergehen“ – was das genau bedeutet und wen die Axel Springer AG (in deren Name das Wort „Verlag“ übrigens schon vor über zehn Jahren gestrichen wurde) auf dieser Reise treffen wird, wird sich zeigen.

Mark Jopp

1 Kommentar

  1. Blogleser 23. August 2013 Antworten

    Bleibt abzuwarten, wie sich das digitale Geschäft für Springer entwickelt. Bisher ist ja vom Kompetenz-Team im Valley außer eher vagen Visionen nicht viel über den Teich geschwappt. Online-Anzeigen werden ja gerne mal durch Add-Ons geblockt und ein gutes Bezahlmodell setzt Unique Content voraus. Dieser aber kann nur durch gute Redakteure, die mit einer entsprechenden Infrastruktur ausgestattet sind, realisiert werden. Wo aber nimmt man dann das Geld für solche Inhalte her? Den Shareholder Value hat es zumindest schon mal nach oben getrieben. Und vielleicht reicht das heute ja schon, um als erfolgreiches Unternehmen zu gelten. Mal schauen, was Funke mit den erworbenen Titeln macht.

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