Drei unterschiedliche Geschäftsmodelle: Nachrichten, um Werbeplätze zu verkaufen vs. Werbung, um Redaktion zu finanzieren vs. Digitale Zeitungen, die ausschließlich werbefrei mit Nachrichten Geld verdienen.

huffingtonpostDie „Huffington Post“ kommt nach Deutschland. Während hierzulande Zeitungshäuser wie z.B. „Welt“ und „Bild“ alles dran setzen, Paid Content am Markt zu etablieren, geht Burda Medien mit dem neuen Projekt auf Konfrontationskurs. Noch mehr Nachrichten – und alles auch noch umsonst. Bis zu 1.500 Artikel sollen täglich über die neue Homepage rauschen.

Ich finde, man kann das eine nicht mit den anderen vergleichen. Die Welt bietet z.B. Qualitätsjournalismus, für den ich gerne bezahle. Die „Huffington Post“ bietet das, was wir seit Jahrzehnten von den außerordentlich erfolgreichen Anzeigenzeitungen längst kennen: Lesestoff als Umfeld von Werbeangeboten. Die Geschäftsmodelle und die Ziele der Verlage sind dabei ganz unterschiedlich. Der eine bietet Journalismus, der andere attraktive Werbeträger. Das eine schließt das andere nicht aus, aber unterschiedliche Ziele und Geschäftszwecke erfordern unterschiedliche Strategien. Der „Journalist“ benötigt (möglichweise) Werbung, um seine Aufgabe erfolgreich erfüllen zu können, der „Werbekaufmann“ benötigt (möglicherweise) die Redaktion, um die Werbeplätze gut anbieten zu können. Möglicherweise? Ja! Wir habe einige Kunden die wöchentlich 120seitige Anzeigenblätter (z.B. Barni Post, WochePass, AVP) publizieren und nicht eine Zeile Redaktion mitliefern.

mediapart_plenelDer Gegenpart dazu ist mediapart aus Frankreich: eine digitale Zeitung, die ausschließlich mit Nachrichten Geld verdient und bewusst keine Werbung verkauft. „Unsere Kunden wissen die Abwesenheit von Werbung zu schätzen“, kommentiert Firmengründer Edwy Plenel, ehemaliger Chefredakteur von Le Monde, sein Erfolgsmodell. Immerhin zahlen 66.000 Abonnenten jeden Monat 9,00 € für guten, investigativen Journalismus, der wirkt. „Frankreichs Politiker zittern von Mediapart – Nicolas Sarkozy, Christine Lagarde und Jérôme Cahuzac haben etwas gemeinsam: Gegen alle drei ehemaligen Politiker ermittelt derzeit die französische Staatsanwaltschaft. Und alle drei Verfahren ins Rollen gebracht hat die französische Onlinezeitung Mediapart“, meldete das SRF (Schweizer Radio und Fernsehen) am 4. April auf Ihrer Homepage.

Mark Jopp

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