Medienwirtschaft als Verlierer der IT-Entwicklung?

Evolution„Der Anteil der Medienbranche an der Wertschöpfung der gesamten deutschen Wirtschaft ist zwischen 1991 und 2011, und hierbei im Wesentlichen in der zweiten Dekade seit 2001, von rund 2 Prozent auf nur noch 1,8 Prozent gefallen.” Eine Aussage, die es in sich hat. Sie stammt aus der Studie „Die deutsche Medienwirtschaft: Wachstums- oder Krisenbranche?“ von Prof. Wolfgang Seufert von der Universität Jena.

Ursache für diese Entwicklung ist, dass sich die Ausgaben der Verbraucher für Medieninhalte – Gratisinternetkultur sei Dank… – deutlich verringert haben. Von 2,6 Prozent der Gesamtkonsumausgaben auf nur noch 2,1 Prozent – das sind fast 20 Prozent. Desweiteren kam hinzu, dass die Werbeeinnahmen um etwa 2,5 Milliarden Euro zurückgegangen sind. Die steigenden Ausgaben für Onlinewerbung konnten den Abwärtstrend nicht aufwiegen.

Vom PC über den Laptop hin zum Tablet – Das Nutzerverhalten der Leser hat sich in den vergangenen Jahren radikal verändert und das hatte Konsequenzen. Aus der Studie geht hervor, dass sich die Beschäftigtenzahl in den Branchen Druckindustrie und Verlagswirtschaft innerhalb der vergangenen 20 Jahre halbiert hat.

Die Rentabilität der Medienunternehmen hat jedoch in diesem Zeitraum zugenommen! Besonders in der Verlagswirtschaft ist sie – aufgrund der Marktkonsolidierung seit 2006 – stark angestiegen. Der unterdurchschnittliche Anstieg der Lohnkosten sowie die steigende Pro-Kopf-Produktivität führten zu dieser Entwicklung. Die „New Business“ teasert ihren Artikel hierzu mit „Medienwirtschaft profitiert nicht von der IT-Revolution”. Hier muss ich widersprechen. Obwohl sich die Zahl der Beschäftigten enorm verringert hat, werden noch Rentabilitäten erwirtschaftet, die seinesgleichen suchen. Sie werden nur ermöglicht, weil die IT mit effektiven Programmen und geschulten Mitarbeitern in der Lage ist, die Produktivität auf ein Level zu heben, das vor Jahren nicht denkbar gewesen wäre.

Mark Jopp

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