Huffington Post auch in Zukunft ganz ohne Druck

Arianna HuffingtonDie Huffington Post hatte bereits zu Beginn einen enormen Ansturm an Bloggern, die sich freiwillig, schreibwillig und vollkommen kostenlos der deutschen Version der amerikanischen Onlinezeitung feilboten. Nun sind einige Tage vergangen und das Angebot an Bloggern flacht nicht ab – zum Leidwesen aller Journalisten, die damit ihren Lebensunterhalt finanzieren. Das ist natürlich schön für die Huffington Post und ihre Geschäftsidee, aber ich frage mich, wo das hin führen soll?

An der Huffington Post und ihrem Start in Deutschland lassen sich aktuell drei stark kontroverse Themen in Sachen Tageszeitungen ins Feld führen. Einerseits bietet die Geschäftsidee der „HuffPo“ – nämlich einen Großteil ihrer Blogger nicht zu bezahlen, sondern sie als Gastautoren mit Aussicht auf ein wenig Internetruhm zu entlohnen – eine gute Ausgangslage für Diskussionen hinsichtlich Qualitätsjournalismus. Im gleichen Atemzug führt es zu der Frage, ob Einsparungen an dieser Stelle tatsächlich die richtige Antwort auf die derzeitige Krise der Branche sind, oder ob nicht andere Stellen dafür besser geeignet wären. Das führt mich zum zweiten Thema, nämlich der Frage nach der Form des Mediums – Digital oder Print?

An dieser Stelle möchte ich Ihnen, liebe Leser, eine Aussage von Arianna Huffington nicht vorenthalten. Sie glaubt nämlich, dass Print durchaus eine Zukunft habe, will die „Huffington Post“ aber keinesfalls drucken lassen (Quelle: „Horizont“, S. 17 (17.10.2013)). Sicherlich hat sie dafür ihre Gründe, aber hinsichtlich schwindender Auflagezahlen im Printbereich lässt mich diese widersprüchliche Aussage doch ein wenig schmunzeln.

Zu guter Letzt stellt sich mir bei dem gewaltigen Ansturm an freiwilligen Lohnverweigerern noch eine Frage hinsichtlich des Mindestlohn-Themas: Wenn Tageszeitungen auf ihren Titelblättern, die Boten, die bei Wind und Wetter die Zeitungen zustellen, namentlich als solche nennen, finden sich dann auch unzählige, die sich um das kostenlose Austragen reißen?

Mark Jopp

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