Nur wer weniger arbeitet, kann mehr verdienen – Geschäftsprozesse richtig organisieren

ProzessorganisationManche Dinge klingen paradox, sind aber doch wahr. Natürlich meine ich weniger „arbeiten“ aber nicht weniger „leisten“. Konkret: Es geht darum, mit weniger Arbeit(schritten) mehr zu erreichen.

Ich wurde kürzlich um Rat gefragt und eingeladen, mir die Abläufe der Anzeigenabteilung einer Tageszeitung anzusehen. Obwohl man vermeintlich das Beste vom Besten deutscher Anzeigen- und Produktionssysteme einsetzt, bleibt es eine Tatsache, dass sich die Anzeigenverkäufer selbst organisieren – überwiegend mit Excel und Outlook. So wären sie einfach schneller und dabei effizienter, als mit dem Anzeigensystem, haben sie mir erklärt. Das mag sogar stimmen. Die Heerscharen im Back-Office sind auch froh, dass sich diese Workflows so etabliert haben. Würde man schon im Verkauf die Geschäftsprozesse richtig organisieren, bräuchte man sie nämlich gar nicht.

Unterm Strich ergibt sich für den Verlag ein Bild, das mich sprachlos zurücklässt. Die Komplexität und Kompliziertheit der Abläufe machen ein Entkommen aus diesem „System“ ohne fremde Hilfe fast unmöglich. Die Stimmung ist zudem schlecht, weil die Menschen wissen oder zumindest ahnen, dass Sie nicht wertschöpfend arbeiten, sondern abschreiben, weiterleiten, kopieren und ablegen. Das schafft zwar Arbeit, aber keine Zufriedenheit und keinen Umsatz.. Ermutigend ist, dass solche Zustände immer mehr erkannt und immer weniger akzeptiert werden.

Es braucht mutige Entscheider, die radikal umsteuern und Mitarbeiter nicht einfach entlassen, sondern entlasten – und zwar von unnötiger Arbeit. Die Kunst der Unternehmensführung liegt eben darin, aus verschwenderischer Arbeit (im Sinne von Lean-Management) eine wertschöpfende zu machen.

Mark Jopp

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