Fröhliche Weihnacht überall?

Spiegel SüddeutscheIn vielen Unternehmen kehrt mit der Vorweihnachtszeit eine besondere Stimmung ein. Menschen denken an ihre Liebsten und an andere, denen es nicht so gut geht. Auch bei uns ist diese Stimmung angekommen: Hier und da wurde geschmückt, es gibt Plätzchen und am Abend ist auch einmal ein Glühwein mit Kollegen auf dem Weihnachtsmarkt eine schöne Abwechslung.

Ob es wohl beim SPIEGEL derzeit auch typisch vorweihnachtlich zugeht? Dass der Spalt zwischen Online- und Offline-Redaktion größer kaum sein könnte, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Nun gehen auch noch Chefredakteur Wolfgang Büchner und Verlagschef Ove Saffe. Im Vorfeld hatte er bereits angeblich seinen Kolumnisten Jan Fleischhauer zensiert und den Abdruck der Kolumne „Der schwarze Kanal“ in einer Ausgabe des Spiegel „verschoben“. Fleischhauer lässt in seiner Kolumne Sympathien für die „Spiegel“-Rebellen durchscheinen und erklärt den Kampf gegen den Chef mit dem Widerspruchsgeist der 68er. Mit Büchners Rücktritt ist es aber nicht getan. Nun lassen weitere Printredakteure kein gutes Haar an ihrem Ex-Chef: Er sei „der falsche Mann zum richtigen Zeitpunkt am falschen Ort“ gewesen, heißt es da oder er habe die Kluft zwischen Online- und Printredaktion weiter vorangetrieben. Das Spiegel-3.0-Konzept sei „unausgegoren, zu ängstlich, zu gestrig“, Büchners Strategie würden „bis heute nur ein paar Getreue verstehen“.

Ich finde es wirklich schade, dass sich ein solch großes, stolzes Magazin auf diesem Wege zerstreitet. Die Süddeutsche hingegen geht einen zukunftsweisenden Weg und schafft damit, was dem SPIEGEL (ONLINE) erst noch gelingen will: Schon bald rücken Print- und Online-Redaktion zusammen. Dazu entsteht im SZ-Hochhaus im Münchner Osten derzeit ein neuer Print-Online-Newsroom, von dessen Baustelle Süddeutsche.de-Chef Stefan Plöchinger selbst einige Fotos in sozialen Netzen verbreitete. Eine Trennung der beiden Redaktionen ist dann nicht mehr denkbar. Im Gegenteil: die geschäftsführenden Redakteure sind künftig „für Print wie Online gleichermaßen verantwortlich“.

Vernünftig! Nur wenn beide Seiten gemeinsam am Erfolg arbeiten, ist die Basis für eine sichere Verlags-Zukunft gelegt. Die Süddeutsche Zeitung kann also was das betrifft, zuversichtlich dem neuen Jahr entgegenblicken.
.

Mark Jopp

0 Kommentare

Hinterlasse Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*