Die unendliche Debatte Print vs. Online: Dieses Mal in 12 Thesen

News DigitalVielleicht haben Sie es mitbekommen oder sogar aktiv verfolgt: Die ZEIT berichtete vor kurzem über die Ernennung eines „Onliners“ zum Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung (den Artikel finden Sie hier) und fachte damit erneut die Diskussion um das aktuelle und die künftige Entwicklung der Zeitung an. Wieder einmal geht es um die Frage: Gedruckt oder Online – was hat einen höheren Stellenwert und was hat Zukunft?

Ein Hauptproblem, das zwischen Print und Digital herrscht, sehen ZEIT-Chefredakteur Bernd Ulrich und ZEIT Online-Chefredakteur Jochen Wegener in dem Monopolbestreben beider Redaktionen. Aber kann das wirklich die Lösung sein? Zwei Redaktionen, die sich gegenseitig fast schon bekriegen obwohl, sie für dieselbe Zeitung schreiben, vermutlich dieselben Leser erreichen und gemeinsam für dasselbe Ziel arbeiten: gut recherchierter Qualitätsjournalismus.

Nach Ansicht der Thesen-Verfasser steht es in der unermüdlichen Debatte „Print vs. Online“ gerade Unentschieden. Zwar erreiche Online eine viel größere Leserschaft, aber auch die Printversionen haben ihre „Fans“. Bestes Beispiel hierfür ist die Wiederbelebung der ältesten Zeitung Schleswig Holsteins: die „Glückstädter Fortuna“. Nach 45 Jahren wird sie wieder gedruckt und wagt damit einen Neustart, der bisher mit viel Applaus bestätigt wurde.

Ich kann die Skepsis der „älteren Journalistengeneration“ durchaus verstehen, immerhin haben sie ihr Leben lang für die gedruckte Zeitung gearbeitet und sich dadurch einen Namen gemacht … „und dann kommen die jungen Wilden und wissen alles besser“.

Dennoch denke ich nicht, dass es einen solchen Machtkampf zwischen den beiden rechtfertigt. Die Gesellschaft wandelt sich nun einmal ständig und mit ihr auch die Ansprüche an die Medien, sei es in Sachen Ansprache, Inhalt oder eben beim Format.

Ich selbst bin ebenfalls ein Leser beider Formate: Unterwegs und zum schnellen Informieren lese ich digital über das Tablet oder am Smartphone. Aber früh morgens, noch bevor ich das Haus verlasse, möchte ich nicht auf das Gefühl des Zeitungspapiers zwischen den Fingern und das Rascheln beim Umblättern verzichten. Beide Formate haben ihre Vorteile. Und auch wenn es schwer fällt, sollte man offen gegenüber Neuem sein. Vor allem dann, wenn es um die Zukunft einer ganzen Branche geht.

Den ausführlichen Beitrag zu den zwölf Thesen finden Sie hier.

Mark Jopp

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