Crowdfunding für die Zeitungsindustrie

blog_esserEine neue Art, unabhängigen Journalismus zu fördern bzw. finanziell zu unterstützen bietet krautreporter.de – eine Crowdfunding-Plattform für journalistische Projekte. Warum eigentlich nicht? Crowdfunding / Crowdinvesting ist aktuell eine gängige Methode, die potentiellen Kunden selbst aktiv am Erfolg eines Unternehmens oder eines Produktes mitbestimmen zu lassen. Wieso sollte man dieses Konzept nicht auch einfach auf den Journalismus übertragen?

Wie Sebastian Esser, der Betreiber der Finanzierungsplattform, in einem Interview zugesteht, sind solche Finanzierungen sicherlich nicht durch die Masse möglich, da die Beiträge thematisch sehr spezifisch ausgerichtet sind. Die Investoren unterstützen einzelne Projekte, jedoch keine regelmäßig erscheinende Publikationen. Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen liegt die Erfolgsquote der Plattform bei 80 %. Mit dem eingesammelten Geld werden hauptsächliche Reise- und Recherchekosten gedeckt, sodass sich die Journalisten voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren und eine gute Leistung liefern können.

Diese Art des bezahlten Journalismus bietet sicherlich eine mögliche Zukunft für die Branche und ähnelt durchaus dem Prinzip „Abonnement“, da auch das Abo eine Art Vorfinanzierung für die geleistete Arbeit darstellt. Ob sie sich jedoch durchsetzen wird oder mit dem Hype um Crowdfunding irgendwann zugrunde gehen wird, wird sich zeigen. Wir jedenfalls sind gespannt und freuen uns, dass solche Projekte immer wieder demonstrieren, dass die Qualität an sich im Interesse des Leser ist, nicht das Medium alleine.

Mark Jopp

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