Über die Huffington Post, treue Blogger und kühne Widersacher: Lösung, Katastrophe oder Alternative? Man ist sich noch nicht sicher

Huffington PostOb zukünftig auch bei anderen Medien und Verlagshäusern der „Gastautorenansatz“ an Beliebtheit gewinnt und Autoren mit der Hoffnung auf „Internetruhm“ entlohnt werden, wird sich noch zeigen. Leser müssen selbst entscheiden, ob sie Blogbeiträge mit meinungstarker Bewertung qualitativ hochwertigem und gut recherchiertem Journalismus vorziehen wollen. Stellen Sie sich doch eine einfache Frage: Würden Sie einen KFZ-Mechaniker Ihre Waschmaschine reparieren lassen, nur weil derjenige ein Hobbyelektroniker ist und nichts kostet?

Aber die Huffington Post steht trotz des Ansturms an Bloggern und Autoren, die ihre Leistung umsonst zur Verfügung stellen, nicht konkurrenzlos da. Paid Content hat sich in vielen Verlagen und (was meiner Ansicht nach noch wichtiger ist) größtenteils in den Köpfen der Leser durchgesetzt.

Laut Bundesverband Deutscher Zeitungsverlage (BDZV) setzen mittlerweise 61 Verlage auf eine Bezahlkultur für journalistische Inhalte. Dabei entscheiden vorwiegend die Redaktionen selbst, welche Artikel sie kostenpflichtig machen möchten. Darüber hinaus gibt es noch viele unterschiedliche Modelle, die in Verlagen hinsichtlich Bezahlung eingesetzt werden.

Ein ähnliches Beispiel ist das neue Projekt von Dirk Westphal: die Publishing-Plattform Ticula. Ticula ist ein Netzwerk digitaler Themenmagazine. Bisher enthält die Plattform 63 Magazine, für die sich Autoren in der sogenannten „Vormerkphase“ bewerben können. Nach dem Livegang am 31.10.2013 werden die Autoren, die es in die Teams geschafft haben, für ihr geistiges Eigentum entlohnt. Ob für Leser Kosten pro Artikel anfallen, ist bisher noch nicht bekannt gegeben worden, jedoch steht fest, dass sich das Portal auch mit Anzeigen finanzieren soll.

Aus alldem leite ich mir persönlich folgende Tendenzen ab: Leser sind durchaus gewillt, für qualitativ hochwertige Beiträge und Berichte Geld zu zahlen und unterstützen damit Qualitätsjournalismus. Dies wiederum ist ein Zeichen für Verlage, eben nicht an dieser Stelle zu sparen, sondern tägliche Geschäftsprozesse effektiver zu gestalten (beispielsweise durch den Einsatz spezieller Verlagssoftware), um so unnötige Kosten zu vermeiden und die Qualität ihrer Zeitungen durch gut ausgebildete Redakteure zu fördern.

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