Über die Huffington Post, treue Blogger und kühne Widersacher: Höhepunkt – Blogger schreiben für Ruhm und Ehre

Huffington PostObwohl im deutschsprachigen Raum derzeit alle Segel auf „Paid Content“-Kurs gesetzt sind und Journalisten für Berichterstattung mit Qualität und fundierter Recherche kämpfen, wird das Konzept der „HuffPo“ mit einem großen Angebot freiwillig honorarfreier Autoren belohnt. Der „Gastautorenansatz“ verspricht statt einer finanziellen Vergütung ein hohes Maß an medialer Aufmerksamkeit – einer Einheit, mit der in der digitalen Welt viel erreicht werden kann. Und daher findet dieses Konzept derzeit kaum Kritiken, sondern im Gegenteil, ein großes Interesse.

Mit insgesamt 60 Bloggern ging die deutsche Version an den Start, darunter aber nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern ein „Mix aus bekannten Bloggern, Experten und Prominenten“ (so Oliver Eckert, Tomorrow-Focus-Geschäftsführer).
Feste Themenfelder werden sich erst mit der Zeit etablieren, da sich nicht von vornherein sagen ließe, welche Rubriken besondere Zustimmungen bei den Lesern finden würden. Fest steht jedoch, dass der oben beschriebene „Mix“ an Autoren, Meinungen, Ansichten und Berichte quer durch alle Lebensbereiche den Lesern bereitstellen wird.

Sicherlich ist es durchaus lobenswert, wenn sich Blogger, Prominente und Experten dazu bereit erklären, kostenfrei Beiträge zu leisten, jedoch stellt sich mir die Frage, ob ein solcher „Trend“ wirklich unterstützt werden sollte. Vergüten bald alle Zeitungen und Magazine ihre Autoren mit der Aussicht auf ein klein wenig Ruhm? Kann das im Sinne von Qualitätsjournalismus sein oder werden wir bald die Meinung zu aktuellen politischen Geschehen von einem „Mix“ aus Autoren in den Tageszeitungen zu lesen bekommen?

Bemerkenswert finde ich übrigens, dass sich trotz honorarfreier Autoren die Huffington Post seit ihrem Beginn nicht aus den roten Zahlen herausarbeiten konnte – das habe ich jedenfalls gerade in der aktuellen Ausgabe des „Handelsblatt“ gelesen.

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